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Kunst und Kultur in der Region

1. Mai 2009 Keine Kommentare

Lange war mir nicht bewusst, welch gute Künstler es in der Nürnberger Region gibt. Regionale Bands habe ich eine ganze zeitlang mit Coverbands gleichgesetzt und bei Literatur und Theaterstücken bin ich davon ausgegangen, dass es mit der Qualität nicht so weit her sein könne. Warum? Wenn es gut wäre, dann hätte man schon davon gehört.

Doch weit gefehlt. Vielmehr ist es so, dass die bekannten Künstler oft nur die Spitze eines Eisbergs sind und die eigentlichen vielfältigen Schätze nicht so offensichtlich und schwerer zu finden sind.

Im Vergleich zu überregionalen Angeboten, wird man über die regionalen Angebote durch die Massenmedien meist nicht so gut informiert.

Neugier ist hier gefragt und auch etwas Mut neue Dinge auszuprobieren. Bisher wurde ich nie enttäuscht.

Ganz im Gegenteil habe ich das Gefühl, dass regionalen Kulturangebote mehr mit mir zu tun haben. Ich identifiziere mich mehr mit den Menschen, die sie machen.

Hier sind ein paar Beispiele:

  • The Robocop Kraus: Eine Indie Rock Band aus Hersbruck. Vor ca. sieben Jahren, während des Studiums in Ilmenau habe ich ihr zweites Album “Living with other people” bei einem Freund gehört und war begeistert. Erst später fand ich heraus, dass die Band aus der Nähe von Nürnberg (also meiner Heimat kommt). Neben den tollen Alben, die sie seitdem veröffentlicht haben, sind sie außerdem eine sehr gute Live-Band.
  • The Grand Paradiso: Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Band aus Nürnberg. Wir waren vor einigen Wochen im Muz-Club auf ihrer CD-Release-Party für “A farewell to oblivion”. Ich hatte mir vorher auf ihrer MySpace-Seite ein paar Lieder angehört und fand diese schon ganz gut. Das Konzert selbst offenbarte dann noch einige Perlen, so dass ich mir die CD gleich dort noch gekauft habe. Obwohl die Musik auf dem Album grandios gut ist, wurde es anscheinend in Eigenregie erstellt und veröffentlicht. Wenn ich daran denke, für welchen Schrott es früher Plattenverträge gab, ist es fast eine Schande. Aber die Zeiten haben sich geändert.
  • Columbia Code ist ein Buch von Dieter Schneider, einem Lehrer aus Nürnberg. Das Buch spielt in Unterfranken und handelt von einem Internetsüchtigen, der sich nach und nach in eine Frau verwandelt. Sehr skurril also. Aber die Figuren waren teilweise unglaublich witzig und das Buch hat wirklich Spaß gemacht.
  • Casablanca Kino: Über eine mögliche Schließung des Casablanca Kinos in Nürnberg hatte ich ja schon geschrieben. Dies hatte sich in der Zwischenzeit leider bewahrheitet. Doch hat sich nun Anfang April der gemeinnützige Verein Casa e. V. gegründet, der sich unter anderem die “Aufführung künstlerisch und kulturell wertvoller Filme und anderer künstlerisch und kulturell wertvoller audiovisueller Medien” auf die Fahnen geschrieben hat und das Kino wieder auf Vordermann bringen möchte. Jeder kann hier Mitglied werden (Beitrittserklärung).

Ich denke, man könnte noch sehr viel mehr schreiben. Zum Beispiel vom Ars Vivendi Verlag aus Cadolzburg, der sich hauptsächlich fränkischer Literatur widmet oder dem Figurentheater Salz + Pfeffer in Nürnberg, doch sollte jeder selbst etwas auf Entdeckungsreise gehen – auch in seiner Region!

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Kinosterben und alternative Kinonutzung

11. Januar 2009 Keine Kommentare

Der Siegeszug der DVDs in unseren Wohnzimmern und diverse andere Bezugsmittel von Filmen über das Internet gehen nicht spurlos an unseren Kinos vorbei. Einige, vor allem kleinere Kinos mussten und müssen schließen. Andere Kinos gehen neue Wege um Besucher in ihre Kinosäle zu locken.

Kinosterben

Im Gegensatz zu großen Multiplexkinos zeigen kleine Kinos statt der omnipräsenten Blockbuster (die zum Kinostart teilweise exklusiv an die großen Kinos gehen) sehr oft anspruchsvolle Filme für ein kleineres Publikum. Während der Besuch im Multiplex in der Erinnerung im Wirrwarr der Besuchermassen verblasst, bleibt die fast private Atmosphäre in kleinen Kinos noch lange in Erinnerung. Doch wird es für kleine Kinos immer schwerer dem wirtschaftlichen Druck Stand zu halten – zurückgehende Besucherzahlen und notwendige Investitionen sind häufig die Ursachen.

Anfang letzten Jahres schon wurde die Kinoszene in Regensburg erschüttert. Die Altstadtkinos, eine Art kulturelles Wahrzeichen von Regensburg, waren von der Insolvenz bedroht. Es gab hierzu ein großes Medienecho, das evtl.  zu deren Rettung oder mindestens zu einer Teilrettung beigetragen hat. Denn Garbo und Ostentorkino laufen noch in bewährter Weise weiter, während das Turmtheater wohl nur noch als Theater fungiert.

In Nürnberg hingegen haben im letzten Jahr zwei Kinos geschlossen, ohne dass dies in der Öffentlichkeit einen wahrnehmbaren Widerhall gefunden hätte.

Heimlich, still und leise haben die Museum Kinos hinter dem Opernhaus geschlossen.

Im gleichen Monat hatte es dann auch das Atrium-Kino getroffen. Das Kino, das als eines der schönsten Kinos in der Region gegolten hat, sollte ohnehin nur noch bis Ende des Jahres betrieben werden. Durch den Tod des Kinoleiters wurde der Kinobetrieb jedoch vorzeitig eingestellt.

Ich hoffe, dass diese negative Entwicklung vorerst beendet ist. Es ranken sich zwar auch Gerüchte um eine Schließung des Casablanca, doch hoffe ich inständig, dass es bei Gerüchten bleibt. Wer das Kino noch nicht kennt sollte es unbedingt mal besuchen.

Alternative Kinonutzung

Vor allem moderne Kinos nutzen ihre Infrastruktur vermehrt, um neben herkömmlichen Kinofilmen auch Konzerte, Opern und wissenschaftliche Vorlesungen zu zeigen oder die Säle an Privatpersonen zu vermieten.

Klassik im Kino

Teilweise werden Konzertmitschnitte vorgeführt, teilweise werden Konzert oder Events auch live übertragen. Beispiele hierfür sind Angebote wie Classica im Kino oder auch Klassik im Kino des Cinecittá in Nürnberg. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Kinonutzung ihr Publikum finden wird, insbesondere bei Musikliebhabern, die die gute Audioqualität in den Kinosälen zu schätzen wissen.

Uni im Kino

Ob ein Angebot wie Uni im Kino in der jetzigen Form gut angenommen wird, kann ich mir eher weniger vorstellen. Hier werden Vorlesungen von Professoren zu verschiedenen Bereichen angeboten (Religion, Neurowissenschaften, Geschichte, etc).

An und für sich ist die Idee ganz interessant, auch die Aufmachung des Angebotes im Cinecittá ist gut gemacht, doch wirft das Ganze mindestens noch eine entscheidende Frage auf.

Ist eine Vorlesung ihr Geld wert?

Der potentielle Zuschauer erhält relativ wenig Information über Beiträge und Dozenten. Nur Insider mögen wissen, dass es sich bei dem jeweiligen Professor ggf. um eine absolute Koryphäe handelt und das die Vorlesung wirklich interessant ist. Es könnte ja auch eine sehr langweilige Angelegenheit werden (wie dies bei Vorlesungen gelegentlich vorkommt).

Und lohnt es sich für so eine potentiell langweilige Angelegenheit Kinoeintritt zu bezahlen?

Die wenigsten Kinobesucher werden die Katze im Sack kaufen.

Schon mit kleinen Mitteln (Geeignete Ausschnitte von Vorlesungen und mehr Informationen über die Vita der Dozenten) könnte man hier eine enorme Verbesserungen erreichen – ich bin gespannt.

Private Nutzung

Durch digitale Projektoren, die auch zur Projektion von DVDs oder Computerspielen genutzt werden können, werden Kinosäle auch für private Personen interessant. Vorstellen kann ich mir dies gut für Cineasten, die einen Klassiker in besonderer Atmosphäre zusammen mit ihren Freunden ansehen möchten.

Auch die Nutzung für Computerspiele finde ich interessant, wenngleich die Spiele hierfür geeignet sein müssen und sich noch Nutzungsformen etablieren müssten.

Diese neuen Nutzungsformen könnten auch für kleine Kinos neue Chancen eröffnen, entsprechende Infrastruktur vorausgesetzt.

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