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Kinosterben und alternative Kinonutzung

11. Januar 2009 Keine Kommentare

Der Siegeszug der DVDs in unseren Wohnzimmern und diverse andere Bezugsmittel von Filmen über das Internet gehen nicht spurlos an unseren Kinos vorbei. Einige, vor allem kleinere Kinos mussten und müssen schließen. Andere Kinos gehen neue Wege um Besucher in ihre Kinosäle zu locken.

Kinosterben

Im Gegensatz zu großen Multiplexkinos zeigen kleine Kinos statt der omnipräsenten Blockbuster (die zum Kinostart teilweise exklusiv an die großen Kinos gehen) sehr oft anspruchsvolle Filme für ein kleineres Publikum. Während der Besuch im Multiplex in der Erinnerung im Wirrwarr der Besuchermassen verblasst, bleibt die fast private Atmosphäre in kleinen Kinos noch lange in Erinnerung. Doch wird es für kleine Kinos immer schwerer dem wirtschaftlichen Druck Stand zu halten – zurückgehende Besucherzahlen und notwendige Investitionen sind häufig die Ursachen.

Anfang letzten Jahres schon wurde die Kinoszene in Regensburg erschüttert. Die Altstadtkinos, eine Art kulturelles Wahrzeichen von Regensburg, waren von der Insolvenz bedroht. Es gab hierzu ein großes Medienecho, das evtl.  zu deren Rettung oder mindestens zu einer Teilrettung beigetragen hat. Denn Garbo und Ostentorkino laufen noch in bewährter Weise weiter, während das Turmtheater wohl nur noch als Theater fungiert.

In Nürnberg hingegen haben im letzten Jahr zwei Kinos geschlossen, ohne dass dies in der Öffentlichkeit einen wahrnehmbaren Widerhall gefunden hätte.

Heimlich, still und leise haben die Museum Kinos hinter dem Opernhaus geschlossen.

Im gleichen Monat hatte es dann auch das Atrium-Kino getroffen. Das Kino, das als eines der schönsten Kinos in der Region gegolten hat, sollte ohnehin nur noch bis Ende des Jahres betrieben werden. Durch den Tod des Kinoleiters wurde der Kinobetrieb jedoch vorzeitig eingestellt.

Ich hoffe, dass diese negative Entwicklung vorerst beendet ist. Es ranken sich zwar auch Gerüchte um eine Schließung des Casablanca, doch hoffe ich inständig, dass es bei Gerüchten bleibt. Wer das Kino noch nicht kennt sollte es unbedingt mal besuchen.

Alternative Kinonutzung

Vor allem moderne Kinos nutzen ihre Infrastruktur vermehrt, um neben herkömmlichen Kinofilmen auch Konzerte, Opern und wissenschaftliche Vorlesungen zu zeigen oder die Säle an Privatpersonen zu vermieten.

Klassik im Kino

Teilweise werden Konzertmitschnitte vorgeführt, teilweise werden Konzert oder Events auch live übertragen. Beispiele hierfür sind Angebote wie Classica im Kino oder auch Klassik im Kino des Cinecittá in Nürnberg. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Kinonutzung ihr Publikum finden wird, insbesondere bei Musikliebhabern, die die gute Audioqualität in den Kinosälen zu schätzen wissen.

Uni im Kino

Ob ein Angebot wie Uni im Kino in der jetzigen Form gut angenommen wird, kann ich mir eher weniger vorstellen. Hier werden Vorlesungen von Professoren zu verschiedenen Bereichen angeboten (Religion, Neurowissenschaften, Geschichte, etc).

An und für sich ist die Idee ganz interessant, auch die Aufmachung des Angebotes im Cinecittá ist gut gemacht, doch wirft das Ganze mindestens noch eine entscheidende Frage auf.

Ist eine Vorlesung ihr Geld wert?

Der potentielle Zuschauer erhält relativ wenig Information über Beiträge und Dozenten. Nur Insider mögen wissen, dass es sich bei dem jeweiligen Professor ggf. um eine absolute Koryphäe handelt und das die Vorlesung wirklich interessant ist. Es könnte ja auch eine sehr langweilige Angelegenheit werden (wie dies bei Vorlesungen gelegentlich vorkommt).

Und lohnt es sich für so eine potentiell langweilige Angelegenheit Kinoeintritt zu bezahlen?

Die wenigsten Kinobesucher werden die Katze im Sack kaufen.

Schon mit kleinen Mitteln (Geeignete Ausschnitte von Vorlesungen und mehr Informationen über die Vita der Dozenten) könnte man hier eine enorme Verbesserungen erreichen – ich bin gespannt.

Private Nutzung

Durch digitale Projektoren, die auch zur Projektion von DVDs oder Computerspielen genutzt werden können, werden Kinosäle auch für private Personen interessant. Vorstellen kann ich mir dies gut für Cineasten, die einen Klassiker in besonderer Atmosphäre zusammen mit ihren Freunden ansehen möchten.

Auch die Nutzung für Computerspiele finde ich interessant, wenngleich die Spiele hierfür geeignet sein müssen und sich noch Nutzungsformen etablieren müssten.

Diese neuen Nutzungsformen könnten auch für kleine Kinos neue Chancen eröffnen, entsprechende Infrastruktur vorausgesetzt.

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